Ein unverschämtes Angebot, Oder: Warum gute Texte Geld kosten müssen

Schreibende Frau

Gute Texte dürfen nicht nur, nein, sie müssen Geld kosten! Foto: Flickr.com / Shinichi Sugiyama

Kürzlich habe ich etwas Unglaubliches erlebt. Wenn ich Anderen davon erzähle, sage ich immer so etwas wie „Mir sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen“. Oder wahlweise auch „Ich bin fast vom Stuhl gefallen“. Was war mir also passiert, das mich so aufwühlte?

Wie du vielleicht weißt, habe ich mich kürzlich mit Social Media & Blog Services unter dem Label MEITImedia selbständig gemacht. Hier biete ich unter Anderem das Schreiben von Blogartikeln für Unternehmensblogs an. Ich schrieb also ein Angebot für eben diese Dienstleistungen an ein Unternehmen. Und bekam die Antwort, mein Angebot läge „weit über ihrem Budget“. So weit, so schlecht. Zumal ich mein Angebot eh schon sehr knapp kalkuliert hatte, sodass ich ein wenig Bauchschmerzen beim Abschicken hatte.

Jedenfalls bot ich dem Unternehmen an mir doch ihr Budget zu nennen, damit ich schauen könne, was ich für das Budget zu leisten bereit wäre. Das Angebot, das ich bekam, machte mich sprachlos: Man wollte mir für einen Blogartikel pro Woche inklusive Social Media Sharing 120 Euro im Monat bezahlen. Einhundertzwanzig! Kaum zu glauben.

Die spinnen, die Römer!

Hört sich das viel für dich an? Ich hoffe nicht … Aber jetzt komme ich zum Kern dieses Artikels: Warum gute Texte Geld kosten müssen. Wenn du selbst bloggst, bist du dir sicher dessen bewusst, wie aufwändig ein allein halbwegs anständiger Blogartikel ist.

Jeder einzelne Artikel erfordert folgende Arbeiten:

  • Recherche (Themenidee entwickeln, Lesen ähnlicher Artikel, Sammeln von Material …)
  • Schreiben (wohlgemerkt die Rohfassung)
  • ein bis zwei Korrekturdurchgänge (wenn man professionell schreibt)

Handelt es sich um einen Blogartikel, kommen folgende Tätigkeiten hinzu:

  • Einstellen des Artikels ins Blogsystem
  • Formatierungen und Verlinkungen einbauen
  • Recherche nach passendem Bildmaterial
  • Bilder evt. noch bearbeiten und in den Artikel einpflegen
  • Teilen des Artikels in den sozialen Netzwerken
  • manchmal: Erstellung gesonderter Bilder für die Social Networks

Und nun kommt die Frage ins Spiel: Wie lange braucht man für all das? Nun, das ist sicherlich ganz unterschiedlich. Ich behaupte aber: Wer es richtig und auf einem hohen Niveau macht, braucht – je nach Artikellänge – mindestens drei bis vier Stunden für einen Blogartikel, eher mehr.

Nimm dich ernst, dann tun es auch Andere!

Vor Kurzem veröffentlichte Walter Epp auf dem Blog von Michael Firnkes den Artikel „Wie du mit Bloggen Geld verdienst, mehr Freiheit im Leben bekommst und fürs Helfen bezahlt wirst“. Der passt hier gerade wunderbar rein.

In dem Artikel fordert Walter professionelle Blogger auf für das Schreiben Geld zu verlangen. Er sagt, nur wer das eigene Tun ernst nähme, könnte erreichen, das auch Andere das täten. Sprich: Nur wenn ich das Schreiben (= Bloggen) selbst ernst nehme, werden auch Andere mich und meine Tätigkeit ernst nehmen. Und mich dafür bezahlen, denn darum ging es im Kern.

In der Kommentarsektion kam es zu einer kleinen Diskussion, in der Christina Fuchs schrieb:

„Es würde sicherlich der Blogosphäre gut tun, wenn sich noch mehr Blogger die Einstellung “Ich arbeite/helfe nur noch für Geld” aneignen würden. Dann würden nicht nur die Blogger sich ernst nehmen, sondern auch der Rest der Welt würde das Bloggervolk ernst nehmen. Im Moment sind wir ja noch die Deppen der Nation, die alles kostenlos machen und sich alles gefallen lassen.“

Der letzte Satz gefällt mir am besten ;) Und Recht hat sie, wie ich finde! Professionelle Blogger, nehmt euch ernst!

Die Chemie muss stimmen

Es ist ganz klar: Nicht jeder Topf passt auf jeden Deckel und nicht jeder Blogger oder Autor passt zu jedem Auftraggeber. In meinem Fall hätte es mir klar sein müssen, denn mein potenzieller Kunde legte ganz offensichtlich mehr Wert darauf über Google gefunden zu werden, als auf wertvolle Inhalte für seine Leser.

Diese wertvollen Inhalte sind jedoch genau das, was die Leser, die über Google kommen, auch zu Kunden macht: Nämlich indem sie dem Unternehmen vertrauen und sich direkt von der Fachkenntnis der Firma überzeugen können. Und indem sie das Gefühl bekommen „Hier wird mir kostenlos schon so viel geboten – was bekomme ich dann erst, wenn ich sie beauftrage?“ :)

Die Chemie stimmte einfach nicht – meine Philosophie und die des Unternehmens haben nicht zusammengepasst. (Von den Preisvorstellungen mal ganz abgesehen).

Und die Moral von der Geschicht’?

Es ist doch so: Helfen ist gut und schön. Aber nicht, wenn man irgendwann unter einer Brücke wohnt, oder? Und man sagt nicht umsonst:

Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Tweet this!

In diesem Sinne:
Lass dich anständig bezahlen und nimm dich und dein Tun selbst ernst – dann tun es auch Andere!

Deine Katharina

PS: Ich möchte mit diesem Artikel keinesfalls ausdrücken, dass jeder, der mal einen Blogartikel geschrieben hat, Geld für das Schreiben verlangen sollte. Das wird nicht funktionieren und das ist auch gut so. Vielmehr möchte ich denen die Augen öffnen, die Geld nehmen könnten, aber nicht genug Selbstbewusstsein haben es auch wirklich zu tun.

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