Nach mehr als 10 Jahren, über 56.000 gesammelten E-Mail-Adressen und 2.700 gesendeten E-Mails sage ich “Bye bye ActiveCampaign!”. In diesem Artikel erfährst du, warum ich von ActiveCampaign wechsele, wohin ich umziehe und warum ich mich für meinen neuen ESP entschieden habe.
Die 5 Hauptgründe, warum ich AC verlasse
1. Preispolitik
ActiveCampaign ist über die Jahre einfach unverschämt teuer geworden. Ja, es ist insbesondere für E-Mail-Automationen eins der besten Tools am Markt. Genau deshalb wollte ich auch lange nicht wechseln. Aber ich finde, dass Preise von mehreren hundert Dollar pro Monat doch leicht übertrieben sind …
Die Preispolitik gibt mir auch das Gefühl, dass man “kleine” UnternehmerInnen und Creators gar nicht mehr als KundInnen haben möchte. ActiveCampaign hat seinen Funktionsumfang über die Jahre eher in Richtung der Bedürfnisse großer Firmen entwickelt.
2. Verhalten ggü. langjährigen Kunden
Wie schon erwähnt, war ich zehn Jahre lang Kundin bei AC. Deshalb hatte ich bis zuletzt auch noch einen sehr hohen Rabatt von 56% auf mein Jahrespaket – müsste ich die aktuellen Preise zahlen, wäre ich schon längst gewechselt.
Als ich dem Support geschrieben habe, dass ich von jährlicher Zahlung auf monatliche Zahlung umstellen will (um die erneute Abbuchung für ein ganzes Jahr zu vermeiden), bekam ich nur die Antwort:
“Kannst du machen, aber dann verlierst du deinen Rabatt und zahlst 469$ pro Monat.”
469$ – pro MONAT! (Ich habe derzeit ca. 7.000 aktive AbonnentInnen, nicht 70.000 oder so …)
Behandelt man so eine Kundin, die über zehn Jahre tausende Dollar bezahlt und etliche weitere KundInnen übers Affiliate-Programm gebracht hat?
Ich denke nicht.
(Im aktuellen Pricing Table bietet AC auch übrigens gar keine monatliche Zahlung mehr an. Warum bloß …)
Die hier geschilderte Situation war kein Einzelfall. In den letzten Jahren hatte ich häufiger wegen verschiedener Dinge Kontakt mit dem Kundenservice von ActiveCampaign und mein Eindruck war jedes Mal derselbe: Dass ihnen ihre KundInnen egal sind. Schade!
3. Massive Verschlechterung des Affiliate-Programms
Das hat mich richtig, richtig hart getroffen!
Lange war ich super zufrieden mit AC und habe dementsprechend viele meiner KundInnen übers Affiliate-Programm zu ActiveCampaign geholt. Für jeden Kunden, der über meinen Link gebucht hat, habe ich eine monatlich wiederkehrende Provision erhalten, bis der (von mir geworbene) Kunde kündigt. So kamen monatlich zwischen 500$ und 2.000$ zusammen.
In 2022 wurde dann eine neue Regel eingeführt: Man erhält nur noch Provision für früher geworbene KundInnen, wenn man weiterhin alle 6 Monate mindestens einen neuen Kunden wirbt. Die Einführung dieser Regel hatte ich nicht mitbekommen, aber anscheinend habe ich sie noch bis 2025 erfüllt, ohne es zu wissen. Denn plötzlich waren Mitte 2025 meine Affiliate-Einnahmen über das AC-Partnerprogramm auf einen Schlag komplett weg!
Was war passiert? Zwar hatte ich nicht aufgehört, AC zu empfehlen. Allerdings hatte ActiveCampaign die Preise so massiv erhöht, dass die meisten meiner KundInnen sich einfach nach günstigeren Alternativen umgesehen haben.
Wenn verlässliche 500$ bis 2.000$ pro Monat plötzlich weg sind – vor allem, wenn man für diese Einnahmen nicht viel tun muss, außer ein Tool zu empfehlen, das man liebt – ist das schon ziemlicher Mist. Ich war richtig sauer! Natürlich habe ich AC deshalb kontaktiert, aber auch hier wieder: Keinerlei Empathie, keinerlei Entgegenkommen.
4. Einführung von Sending Limits
Mein uralter ActiveCampaign-Account wurde zwar lange verschont. Aber seit letztem Jahr unterliegt auch mein Account einem Versandlimit. Es wurden also massiv die Preise erhöht – und gleichzeitig wurde die Leistung verringert. Warum soll ich pro Monat 170$* für ein E-Mail-Tool zahlen und dann noch mehr, wenn ich ein fiktives Sending Limit überschritten habe? Ich find’s einfach absoluten Quatsch.
*Zur Erinnerung: Ich habe noch einen uralten Plan und zahle deshalb nur so “wenig”, NeukundInnen zahlen mittlerweile deutlich mehr.
5. Extremer Ausbau von Funktionen, die ich nicht brauche
ActiveCampaign hat in den letzten Jahren in meiner Wahrnehmung vor allem die CRM-Funktionen und, ganz neu, die KI-Funktionen ausgebaut – Funktionen, die ich als “kleine” Unternehmerin nicht brauche. Davon abgesehen sind die KI-Funktionen richtig schlecht und nerven mich einfach nur.
Auch daran habe ich gemerkt, dass AC sich mittlerweile einfach an ein anderes Kernpublikum richtet als früher.
Mein neuer Anbieter + warum ich dahin wechsele
Nun zu etwas Positivem: meinem neuen ESP. Ich bin gerade mitten im Umzug zu Kit* (früher ConvertKit) – und jetzt schon begeistert!
Warum Kit?
1.000$ Ersparnis
Kit ist (für mich) ca. 1.000$ günstiger pro Jahr als AC. Würde ich bei ActiveCampaign die aktuell gültigen Preise zahlen, wäre die Ersparnis noch massiver.
Gutes Affiliate-Programm
Als Online-Unternehmerin und Creatorin sind Affiliate-Einnahmen wichtig für mich. Ich hoffe, dass ich über das Affiliate-Programm von Kit wieder “passive” Einnahmen aufbauen kann, nachdem meine wirklich guten Einnahmen aus dem AC-Partnerprogramm letztes Jahr weggefallen sind.
Kostenfreier (!) Migrationsservice (Whaaat?!)
Kaum zu glauben, aber wahr: Kit hat einen kostenfreien Migrationsservice. Das Team von Kit zieht alle meine Kontakte, Tags, Formulare, Automationen und Co. um. Dass ich das nicht machen wollte, war bisher einer der Hauptgründe, warum ich noch nicht gewechselt war – der Migrationsservice von Kit nimmt mir einfach mal 90% der Arbeit ab!
Keine Sending Limits
Versandlimits gibts bei Kit (zumindest zum aktuellen Zeitpunkt) nicht.
Kein Listenchaos mehr, yay!
ActiveCampaign ist im Gegensatz zu Kit ein Listen-basierter ESP. Theoretisch kann man zwar nur eine Liste haben und Kontakte mit Tags organisieren – das war damals auch mein Plan. Bis ich festgestellt habe: Meldet sich ein Kontakt wieder neu an, der bereits einmal auf meiner Liste war, sich aber irgendwann abgemeldet hat, kommt er nicht wieder auf dieselbe Liste. Das bedeutet, dass ich für jedes Freebie, jedes Webinar und jede LeadAd wieder eine neue Liste brauche, wenn ich frühere Subscriber zurückholen möchte. Also doch wieder zig Listen!
Bei Kit? Da gibt’s halt einfach mal keine Listen. Wie genial ist das bitte?!
Nachteile an meinem neuen Anbieter
Kleiner Wermutstropfen: Auch Kit ist leider ein US-Unternehmen. Am liebsten wäre mir ein ESP aus der EU gewesen, aber von den Funktionen und der Usability her kann m.E. leider kein europäischer ESP mit den US-Varianten mithalten.
Fazit und Aufruf
Ich bin so froh, bald endlich von ActiveCampaign weg zu sein!
Kit ist nicht nur deutlich günstiger, sondern hat auch alle (Automation)-Features, die ich brauche, keine Listen, keine Versandlimits, ein tolles Affiliate-Programm und einen kostenlosen (!) Migrationsservice.
Falls du auch einen Umzug erwägst, kann ich Kit* schon jetzt heiß empfehlen. Mein erster Eindruck ist super. Besonders der kostenfreie Migrationsservice hat mich überzeugt und die Migration läuft absolut super organisiert und professionell bis jetzt.
Sobald der Umzug zu Kit abgeschlossen ist, werde ich hier im Artikel ein kleines Update ergänzen.
Hat dir mein Artikel geholfen? Dann schreib mir gern einen kurzen Kommentar, ich freu mich drüber!


